Die Lindenhöfer Mikrobrauerei
Meine erste Anlage
Erweiterung
Meine zweite Anlage
 

 

Lindenhöfer Mikrobräu (c)2006 by E. Scheid

Meine erste Bierbrau-Anlage

Willkommen in meiner Brauerei. Hier siehst Du Bilder von meiner alten Anlage. Sie ist ausgelegt für Sudgrößen von bis zu 30 Liter. Da die Kessel ineinander passen und das Zubehör noch gut hineingeht, läßt sich alles sehr platzsparend verstauen. Die max. Heizleistung beträgt 3,5KW. Aufgrund der guten Wärmesolierung komme ich jedoch mit 2500 Watt bestens aus.

Ich geb´s ja schon zu, dies ist nicht die professionelle Art das Malz zu schroten. Spürbar wird dies später anhand der langen Läuterzeiten... naja. 6 kg Malz sind in einer halben Stunde durch. Es macht jedoch jede Menge Lärm und es staubt gewaltig. Eine richtige Schrotmühle ist mir jedoch zu teuer. Mein Tip - Ohrstöpsel tragen und die Liebste kurz vorher mit einer guten DVD und etwas zum Naschen überraschen. Dies garantiert ungestörtes Arbeiten in der Küche.

Hopfen und Malz, Gott erhalt´s. Aber auch auf´s Wasser kommt es an! Mit einer Gesamthärte von 21°dH sprudelt das Mannheimer Wasser leider viel zu hart aus der Leitung. Als Aquarianer habe ich schon lange diesen Filter im Gebrauch, nun auch für´s Bierbrauen. Pro Stunde produziert er 6-8 Liter Osmosewasser mit einer Gesamthärte (gH) von 3°dH und einer Karbonathärte (kH) von 2°dH. Die Restalkalität (RA) geht dabei von 7,8 auf 1,2°dH herunter, die optimal Basis für ein gutes Pils.

Für ein hervorragendes Pils ist die Restalkalität (RA) von 1,2°dH jedoch noch ein klein wenig zu hoch. Das weiche Osmosewasser läßt sich aber sehr gut aufsalzen. Mit der selbst gebauten Feinwaage können Mengen von bis zu 4 g mit einer Genauigkeit von 50 mg abgewogen werden. Zum Aufsalzen benötigt man Calciumchlorid und/oder Calciumsulfat (Apotheke). Diese Salze senken nochmals die RA und tragen zusätzlich zur Vollmundigkeit sowie zur Geschmacksabrundung des Bieres bei.

Das Vermischen von Wasser mit Malz nennt man Maischen. Die Maische wird unter Einhaltung bestimmter Temperaturrasten bis auf 78°C erwärmt. Hierbei verzuckert die Stärke und geht in Lösung. Damals arbeitete ich noch mit Tauchsieder, Heizplatte und Maischholz. Damit nichts anbrennen konnte, mußte in der Heizphase mit dem Tauchsieder gerührt werden. Im Weck-Kessel befindet sich das Infusionswasser (Zubrühwasser). Heute heize ich die Maische einfach hoch, um die Rasttemperatur zu erzielen.

Jetzt wird der Wasserkessel zum Läuterbottich umgebaut. Hier hinein wird später die Maische zum Läutern gegeben. Im Kupferrohr befinden sich 450 Löcher von 1,5 mm Durchmesser, durch welche die Vorderwürze (Zuckerlösung) abfließt. Zurück bleibt der unlösliche Anteil, der sogenannte Treber.

Die Vorderwürze ist abgeläutert, man kann gut die dunkle, konzentrierte Zuckerlösung erkennen. Im Läuterbottich bleibt der Treber zurück. Dieser Treber enthält noch jede Menge Zucker, der mit dem fast 80°C heißem Nachgußwasser (im Kessel oben) ausgewaschen wird.

Die gewonnene Würze wird nun gekocht. Wenn die Würze kocht kommt der Hopfen dazu. Der Kochvorgang dauert etwa 90 Minuten. Hierbei wird eine große Menge Wasser verdampft. Die Absaugung verhindert, daß sich das Badezimmer in eine Dampfsauna verwandelt.

Das Hopfenkochen ist beendet. Um die Würze mit Hefe anzustellen, muß sie auf Anstelltemperatur (10-20°C) herabgekühlt werden. Der Läuterbottich wird daher zum Kühler umfunktioniert. Dieser ist leider nur wenig effektiv. Das gewickelte Kupferrohr ist knapp 11 Meter lang und wird vom Kühlwasser umspült. Der Wasserverbrauch ist enorm. Besser eignet ist ein Plattenkühler oder ein Gegenstromkühler mit wesentlich höherem Wirkungsgrad.

Nach dem Whirlpool und Absetzten der Trubstoffe, wird die Würze über den Kühler und Belüftungsrohr ins Gärfaß ausgeschlagen. Um den Whirlpool-Effekt zu erzielen wird die Würze mit dem Sudlöffel einmal kräftig in Rotation gebracht. Der ausgeflockte Heißtrub und Hopfenreste setzen sich dabei in der Mitte der Sudpfanne als Kegel ab. Dieser Trub kommt nicht ins Bier und wird später verworfen.

Die gekühlte und belüftete Würze steht, mit Hefe angestellt, schon im Kühlschrank. Zurück bleiben Hopfenreste und durch das Kochen ausgeflockte Eiweisstoffe... sowie in der Wohnung ein rießen Chaos. Aber bevor es an´s Aufräumen geht, wird erst mal ein leckeres Bierchen verköstigt.

Einblick in den "Gärkeller": Im Kühlschrank unten steht das Gärfass. Die Hauptgärung verläuft bei 9-12°C und dauert etwa 3 Wochen. Oben findet die geschlossene Druckgärung statt. Dieser Prozess dauert etwa 4 Wochen bei 1-5°C. In dieser Zeit bindet das Bier die notwendige Kohlensäure, die Hefe setzt sich ab und das Bier wird schön klar.

Dies ist der Flaschenmanometer zur Kontrolle des CO2-Druck.

Bevor das endvergorene Jungbier zur Druckgärung kommt, muß es aufgespeist und in Flaschen abgefüllt werden. Zum aufspeisen verwendet man entweder Zucker oder rückgestellte Würze, die noch nicht mit Hefe versetzt wurde. Die zudosierte Menge muß exakt berechnet werden um die gewünschte Rezens zu erhalten.

 

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